Du schreiben Pidgin-Deutsch?
Immer wieder lesen Sie im Internet Sprachmonster. So grauslich, dass Ihnen die Haare zu Berge stehen. Pidgin-Deutsch sehen Sie an allen Ecken und Enden.
Der einfachste Weg: Blicken Sie in Ihre Mailbox. Schauen Sie sich die E-Mailings an. Lesen Sie die Werbebriefe durch.
Immer wieder treffen Sie dann auf das Wort-Monster:
“Forwarden Sie diesen Brief!“
Hmm? Was meint der Verfasser damit? Das erinnert doch an “Du sprechen Deitsch?” oder “Gehen Bahnhof links weg”. Aber vielleicht steckt ja Absicht dahinter …
Im Moment sitze ich vor meinem Bildschirm und suche drauf “Forwarden”. In meinen Mailprogrammen finde ich nichts dazu. Also suche ich weiter, und weiter.
Jetzt geht mir ein Licht auf. Denn seit gestern entrümple ich meine Computer. Ein alter Windows95-Rechner - fast aus der Internet-Steinzeit - ist dabei. Darauf uralte Mailprogramme. Und was entdecke ich da? Da gibt es einen Knopf mit “Forward”.
Dieses “Forward” ist des Rätsels Lösung. Übersetzt heißt es einfach “Vorwärts”. Die deutschen Schreiberlinge verballhornten diesen englischen Begriff zu einem denglischen Wort. “Forwarden” heißt ins Deutsche übersetzt “Vorwärtsen”. Oder irre ich mich da?
“Vorwärtsen Sie diesen Werbebrief”??? Ergibt auch wenig Sinn. Einen Werbebrief vorwärtsen …
Auf meinen Browsern steht das Wort “Weiterleiten!” Und “Leiten Sie diesen Brief weiter” klingt doch viel sympathischer als das üble “Forwarden”. Oder?
Nichts für ungut. Aber diesen Artikel musste ich einfach schreiben. Was meinen Sie dazu?
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Auf Wiedersehen, -hören, -lesen
herzlichst aus Nürnberg
Guenther P. Mairoth
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PS: Ich hab’ nichts gegen englische Begriffe, wenn diese präzise sind.
PPS: Zwar nicht aus meiner Mailbox, aber aus der Nachbarschaft … “Bratwurst-Point” …. “Lebkuchen & More” …

November 4, 2007 um 8:04 Uhr nachmittags
man sollte nie zwei languages together putten!
November 5, 2007 um 1:09 Uhr nachmittags
Lieber Herr Geigl,
Sie geben mit Ihrem Kommentar ein treffendes Beispiel für Pidgin-Deutsch!
Auf Wiedersehen, -hören, -lesen
herzlichst aus Nürnberg
Guenther P. Mairoth
November 9, 2007 um 12:35 Uhr nachmittags
Herr Mairoth.
Schöner Artikel.
You speak me from my soul.
Besten Gruß
Wolfgang Gaux
Dezember 14, 2007 um 11:40 Uhr nachmittags
Sehr geehrter Herr Mairoth,
auch mich nervt dieses “Pidgin”-Deutsch. Auch mir geht es nicht darum jedes “fremde” Wort zu vertjagen, aber vielleicht bekomme ich eines Tages wieder ein Werbegeschenk anstelle eines “Giveaway”. Bei Läden mit “… to go” nehme ich es wörtlich: Ich gehe - ohne zu kaufen.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Hartinger
Januar 10, 2008 um 2:32 Uhr nachmittags
Anglizismen sind ärgerlich , aber nicht zu verwechseln mit “pidgin”; Pidgin ist z.B. die Form von Deutsch , die oft von Migranten gesprochen wird.
(Z.B: Du gehen bei Bahnhof).
In Pidgin passieren auch manchmal schlimme Dinge mit deutschen Wörtern:Bin heute wieder über ein so schönes Wort gestolpert: abwärtig. Duden kennts nicht, soll nach dem Zusammenhang wohl irgendwo zwischen widerwärtig und abwertend liegen- das ist Pigin. Finde ich auch schlimm.
Was Sie beschreiben, sind allerding Anglizismen , bzw das sogenannte “Denglisch”- das finde ich eher erheiternd, ist hoffentlich auch auf dem Rückmarsch, da es viele Leute inzwischen für schlechten Stil halten. “Weiterleiten” ist auch ein schönes Wort und auch nicht länger als”Forwarden”, meistens sind die Anglizismen ziemlich überflüssig, da gebe ich Ihnen Recht.